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Von der Erbschaftsteuer ist nur befreit, wer auch im Haus oder der Wohnung lebt

Wer Wohneigentum erbt, ist nur von der Erbschaftsteuer befreit, wenn er die Immobilie selbst nutzt und dort den Lebensmittelpunkt hat. Ein aktuelles Urteil des Hessischen Finanzgerichts zeigt, wie genau das Finanzamt diese Regel nehmen darf. Der Fall: Nach dem Tod ihres Vaters hatte eine Frau die Hälfte der Wohnung geerbt. Ihren Miteigentumsanteil hatte sie ihrer pflegebedürftigen Mutter zur unentgeltlichen Nutzung überlassen. Die Tochter hielt sich täglich in der Wohnung auf, um ihre Mutter zu pflegen und übernachtete gelegentlich auch dort. Einen zweiten Raum nutzte sie zur Aufbewahrung von Unterlagen. Trotz dieser Umstände wurde die Wohnung vom Finanzamt bei der Ermittlung der Erbschaftssteuer in vollem Umfang berücksichtigt. Für die Finanzrichter zu Recht, da die gelegentliche Nutzung der Räumlichkeiten für eine Steuerbefreiung nicht ausreichend sei.

„Wer die steuerliche Begünstigung nach § 13 ErbStG in Anspruch nehmen will, muss schnellstmöglich seinen Hauptwohnsitz in die ererbte Immobilie verlagern“, kommentiert Stefan Bernhardt, Rechtsexperte der Bausparkasse Schwäbisch Hall, das Urteil. „Und nicht nur das: Er muss auch mindestens zehn Jahre dort wohnen bleiben. Wer vor Ablauf dieser Frist die Selbstnutzung aufgibt, muss das Objekt voll versteuern, da das Finanzamt hier nach dem Prinzip ‚Alles oder nichts‘ handelt. Die einzige Ausnahme, die der Fiskus zulässt, ist eine Aufgabe aus zwingendem Grund. Der liegt etwa dann vor, wenn der Erbe innerhalb der Zehn-Jahres-Frist so hilfe- oder pflegebedürftig wird, dass der Umzug in ein entsprechendes Heim unumgänglich ist.“


Bild: Tim Reckmann / pixelio.de


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