Wann beginnt der Traum vom eigenen Haus?

Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden entsteht selten plötzlich. Oft wächst er über Jahre. Am Anfang steht vielleicht nur ein Gedanke: Die Wohnung wird langsam zu klein. Ein Kinderzimmer fehlt. Der Wunsch nach einem Garten wird stärker.

Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden entsteht selten plötzlich. Oft wächst er über Jahre. Am Anfang steht vielleicht nur ein Gedanke: Die Wohnung wird langsam zu klein. Ein Kinderzimmer fehlt. Der Wunsch nach einem Garten wird stärker. Oder man merkt, dass man nicht mehr nur für die nächsten zwei Jahre planen möchte, sondern für einen längeren Lebensabschnitt.

Gerade wenn Ausbildung, Studium oder erste Berufsjahre abgeschlossen sind und der Alltag stabiler wird, verändert sich bei vielen Paaren und Familien der Blick auf das Wohnen. Die Frage lautet dann nicht mehr nur: „Wo wohnen wir gerade gut?“, sondern: „Wo möchten wir langfristig leben?“

Wohnen ist auch Lebensplanung

Ein eigenes Haus ist mehr als ein Projekt. Es ist eine Entscheidung für einen Ort, für eine bestimmte Lebensweise und für gemeinsame Ziele. Deshalb beginnt gute Hausplanung nicht mit dem Grundriss, sondern mit ehrlichen Fragen:

 

  • Wie und wo möchte(n) ich/wir mittelfristig wohnen?
  • Will ich / wollen wir stadtnah bleiben oder lieber ruhiger wohnen?
  • Wie viel Platz benötige(n) ich/wir aktuell und zukünftig (Kinderwunsch)? 
  • Welche Rolle spielen Familie, Arbeit, Schule, Freunde und Freizeit?
  • Können wir uns unser Wunschhaus finanziell leisten? 
  • Kann ich/Können wir meine/unsere Wohnträume gegebenenfalls in Verbindung mit einer Anlage-möglichkeit oder Altersvorsorge lösen?
  • Wie möchte(n) ich/wir in der Mitte meines/unseres Lebens wohnen?
  • Wie möchte(n) ich/wir am Ende meiner/unserer Berufslaufbahn wohnen?
  • Welchen Aufwand muss ich überhaupt betreiben, um meine Wohnwünsche zu realisieren?

Diese Fragen müssen nicht sofort endgültig beantwortet werden. Wichtig ist aber, früh damit zu beginnen.

»Es macht wirklich Sinn zu sagen: Jetzt bin ich 30, aber ich will mit 60 auch drin wohnen und vielleicht mit 80 auch noch. Wie plane ich das?«

Susanne Dietrich, Finanzierungsexpertin bei Leipfinger-Bader

Gemeinsam in dieselbe Richtung schauen

Besonders wichtig ist, dass Paare ihre Vorstellungen offen miteinander besprechen. Der eine träumt vielleicht vom Haus auf dem Land, der andere möchte lieber in der Nähe der Stadt bleiben. Solche Unterschiede sind normal. Entscheidend ist, dass sie nicht erst dann auftauchen, wenn bereits ein Grundstück reserviert oder ein Finanzierungsangebot eingeholt wurde.

Ein gemeinsames Gespräch über Wohnen, Familie beziehungsweise Familienplanung, Beruf, Vermögensaufbau und Altersvorsorge – am besten in entspannter Atmosphäre - ist deshalb ein guter erster Schritt. Außerdem kann es helfen, das direkte Umfeld miteinzubeziehen und erste Beobachtungen der Marktlage aufzunehmen:

 

  • Mit offenen Ohren und Augen die Erfahrungen von Freunden und Verwandten aufnehmen und bewerten
  • Immobilienangebote (Mieten und Kaufen) lesen und bewerten
  • Beobachtung der Konditionen für Immobiliendarlehen

Früh anfangen zahlt sich aus

Wer später bauen oder kaufen möchte, sollte möglichst früh ein Gefühl für die eigenen finanziellen Möglichkeiten entwickeln. Dazu gehört auch eine regelmäßige Sparrate (zum Beispiel mit einem monatlichen festen Ankauf von Wertpapieren). Sie schafft Eigenkapital, verbessert die Ausgangslage bei einer Finanzierung und gibt mehr Sicherheit bei späteren Entscheidungen.

Dabei geht es nicht darum, sich jeden Wunsch zu verbieten. Es geht darum, Prioritäten zu setzen. Wer weiß, dass das Eigenheim ein echtes Ziel ist, kann bewusster entscheiden, wofür Geld ausgegeben wird und wofür nicht.

Fazit

Der Traum vom Eigenheim reift meist über mehrere Jahre. Wer früh beginnt, Wünsche zu sortieren, Erfahrungen aus dem Umfeld aufzunehmen, Immobilienangebote zu beobachten und regelmäßig Eigenkapital aufzubauen, schafft eine solide Grundlage. Der erste Schritt zum Hausbau ist deshalb nicht der erste Spatenstich, sondern eine klare gemeinsame Vorstellung davon, wohin die Reise gehen soll.