Im Kreislauf denken
Während des Bauens sollen nicht mehr Ressourcen verbraucht werden als sich später wieder regenerieren und erneut bereitstellen lassen. So werden keine Rohstoffe verschwendet. Mineralische Baustoffe erfüllen alle Anforderungen: Das beginnt bei der Produktion mit schadstofffreien Rohstoffen in ortsnaher Verfügbarkeit und führt über die Bauerstellung mit kurzen Transportwegen in eine energiesparende Nutzungsphase. Und am Ende des langen Nutzungszeitraums von meist mehr als 100 Jahren sorgt die gute Recyclingfähigkeit mit Quoten von mehr als 93 Prozent für einen problemlosen Rückbau.
Gelebtes Recycling
Bei der Herstellung von Mauersteinen, Mörteln und Beton ist die Verwertung von Abfall (Bruch, Fehlproduktion u. Ä.) seit langem technisch möglich oder wird bereits praktiziert. So wird Ziegelbruch beispielweise Ton als Magerungsmittel zugesetzt. Auch im Straßen- und Erdbau erfährt „Abfall“ eine Weiterverwertung. Andere Mauersteine, wie zum Beispiel Porenbeton, finden als Tierstreu, Ölbinder oder Dämmschüttung Verwendung. Von den in Deutschland jährlich anfallenden mineralischen Bauabfällen wird ein Großteil wiederverwertet.
Zurück zur Natur
Abbaugebiete für Ton, Sand und Kies sowie aufgelassene Steinbrüche werden nach ihrer Nutzung rekultiviert. In den Biotopen findet sich oftmals eine größere Artenvielfalt als vor dem Abbau. Die Flachwasser- und Tiefenzonen sowie steile und flache Hänge bieten Siedlungsräume für viele seltene Tierarten. Zudem wird der Wald, der unsere wichtigste Kohlenstoffsenke ist, geschont.
Werner Sobek
Deutscher Bauingenieur und Architekt, Professor an der Universität Stuttgart und Gründer des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren
„Wenn man … für jeden gefällten Baum sofort einen neuen Setzling pflanzt, dann stellt man fest, dass dieser über viele Jahre hin weit weniger Kohlendioxid bindet als sein gefällter Vorgänger es in derselben Zeitspanne getan hätte“ …
(WELT 27.April 2022)