»Unser Haus ist nachhaltig.«

2. Nachhaltig Bauen

Fakt ist: Wenn wir den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes betrachten, kann die massive Bauweise nachhaltig punkten – weil sie natürliche Ressourcen schützt, Stoffkreisläufe nutzt und eine gute Ökobilanz aufweist.

© Auer/Bauwirtschaft Baden-Württemberg
© Auer/Bauwirtschaft Baden-Württemberg

Kreislauf der Nachhaltigkeit

Während des Bauens sollen nicht mehr Ressourcen verbraucht werden als sich später wieder regenerieren und erneut bereitstellen lassen. So werden keine Rohstoffe verschwendet und die Umwelt wird geschont. Mineralische Baustoffe erfüllen alle Anforderungen: Das beginnt bei der Produktion mit natürlichen, schadstofffreien Rohstoffen in ortsnaher Verfügbarkeit und führt über die ressourcenschonende Bauerstellung in eine energiesparende und umweltfreundliche Nutzungsphase. Und am Ende des langen Nutzungszeitraums von oftmals mehr als 80 Jahren sorgt die gute Recyclingfähigkeit mit Quoten von mehr als 93 Prozent für problemlosen Rückbau.

Regional verfügbar

Mineralische Baustoffe bestehen aus natürlichen Rohstoffen wie Kies, Sand, Kalkstein, Bims, Blähton oder Ton. Die Rohstoffe sind regional gut verteilt und praktisch unbegrenzt verfügbar. Die Transportentfernungen liegen bei durchschnittlich 50 km. Das fällt bei der Ökobilanz ins Gewicht: Denn kurze Transportwege verringern den CO2-Ausstoß.

Gelebtes Recycling

Bei der Herstellung von Mauersteinen, Mörteln und Beton ist die Verwertung von Abfall (Bruch, Fehlproduktion u.Ä.) seit langem technisch möglich oder wird bereits praktiziert. So wird Ziegelbruch beispielweise Ton als Magerungs­mittel zugesetzt. Auch im Straßen- und Erdbau erfährt „Abfall“ eine Weiterverwertung. Andere Mauersteine, wie zum Beispiel Porenbeton, finden als Tierstreu, Ölbinder oder Dämmschüttung Verwendung. Von den in Deutschland jährlich anfallenden mineralischen Bauabfällen wird ein Großteil wiederverwertet.

Zurück zur Natur

Abbaugebiete für Ton, Sand und Kies sowie aufgelassene Steinbrüche werden nach ihrer Nutzung rekultiviert. In den Biotopen findet sich oftmals eine größere Artenvielfalt als vor dem Abbau. Die Flachwasser- und Tiefenzonen sowie steile und flache Hänge bieten Siedlungsräume für viele seltene Tierarten. Zudem wird der Wald, der unsere wichtigste Kohlenstoffsenke ist, geschont. Eine heute gefällte Waldfläche kann keinen weiteren Beitrag mehr zur Kohlenstoffbindung bis 2045, unserem Zieljahr für die Klimaneutralität, leisten.

Werner Sobek
Deutscher Bauingenieur und Architekt, Professor an der Universität Stuttgart und Gründer des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren

„Wenn man … für jeden gefällten Baum sofort einen neuen Setzling pflanzt, dann stellt man fest, dass dieser über viele Jahre hin weit weniger Kohlendioxid bindet als sein gefällter Vorgänger es in derselben Zeitspanne getan hätte“ …

(WELT 27.April 2022)

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